Die Tradition

Das Zen-Meditationszentrum Misho-an steht in der Tradition des japanischen Rinzai-Zen mit europäisch adaptierter Ausprägung.

Die Rinzai-shū  (Rinzai-Schule) ist eine von Myosan Eisai 1191 in Japan eingeführte Lehrtradition, die auf Linji Yixuan (China, jap.: Rinzai, 9. Jh.), zurückgeht. Die japanische Kultur wurde durch die Zen-Ästhetik nachhaltig geprägt, da die im japanischen Mittelalter dominierende Rinzai-shū sehr großen Einfluss in Kreisen der Samurai hatte.

Teezeremonie in einem Privathaus © Paul Matusek & Fleur Wöss

Teezeremonie in einem Privathaus

 

Insbesondere der Tee-Weg (Sado) drückt die Kultur der Stille in besonderem Maße aus,  Eisai gilt als der Überbringer der Teepflanze aus China. Die Rinzai-Tempel haben bis heute grosse Bedeutung als die Heimat der Gartenkunst, ebenso wie der Kampfkünste und der anderen Zen-Wege (do).

 

 

 

Die Hauptlehrmethode aller Zen-Schulen ist das Zazen, die Sitzmeditation in Stille, die in der Rinzai-Schule mit dem Gesicht zur Mitte des Raumes geübt wird. Die Rinzai-shū wurde im 18. Jahrhundert durch den großen Zen-Meister und Künstler Hakuin Ekaku erneuert und reformiert. Alle japanischen Zen-Schulen führen sich auf Hakuin und seine rigide Lehrmethode zurück.

© Paul Matusek & Fleur Wöss

Hakuin Ekaku Grabstätte

 

Hakuin war nicht nur ein weithin bekannter Lehrer und anerkannter Dichter, sondern ist insbesondere für seine Zeichnungen und Kalligraphien bekannt, von deren Verkauf er den Tempel und das Klosterleben finanzierte und von denen noch hunderte erhalten sind. Hakuins Grabstätte liegt innerhalb des Areals des von ihm einst renovierten und wiederbelebten Tempels. Es ist heutzutage ein touristisch wenig besuchter Ort.

 

 

 

 

In Japan wird Zen praktisch ausschliesslich im klösterlichen Bereich, aber in stetig geringer werdendem Ausmass geübt. Ab den 60er bis 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen japanische Zen-Meister ihre Lehrtätigkeit im Westen, zunächst in den USA, später in Europa. Im Westen ist Zen eine fast nur von Laien ausgeübte Praxis und wird zunehmend auch im wirtschaftlichen und beruflichen Umfeld geübt. Die Gründer und Leiter des Zen-Zentrum Misho-an („Ort des Lächelns“) sind von authentischen Lehrmeistern der Rinzai-Tradition ausgebildet und autorisiert. Fleur Sakura Wöss ist Zen-Lehrerin und erhielt den Zen-Namen Nenge-Misho verliehen, Paul Matusek den Zen-Namen Hogen.

Paul (Hogen) & Fleur Sakura (Nenge-Misho)

Paul Hogen und Fleur Nenge-Misho
Foto: © Elisabeth Gal

 

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